Freitag, 26. Mai 2017

Ein kleiner Rückblick mit Ausblick: 8 Jahre Engagement an der Börse

Eine gewisse Tradition hat es bei mir, im Frühling zurückzublicken. Einerseits gibt es Mai besonderen Anlass, weil da die Dividenden so herrlich sprudeln, andererseits begann ich mein Börsenengagement im Frühjahr 2009. Im Mai 2017 erreichten mich Dividenden in Wert von 2.203,84 € brutto. Circa 75 % davon blieben mir netto erhalten und stehen für die nächsten Investitionen zu Verfügung.

Einige Dividendenzahler vom Monat Mai habe ich seit vielen Jahren im Depot, in einem Fall sogar im Jahr 2009 gekauft. Das Dividendenwachstum habe ich beobachten können und es gibt mir Vertrauen, dass ich gar nicht so falsch liege mit meinem Aktienengagement. Ich betone auch immer wieder, dass ich auch etwas Glück hatte, was ich an wenigen Punkten festmache:
  • Ich bin in einer Baisse eingestiegen, wenngleich sie keine Garantie darstellt, hat sie enorme Sicherheit gegeben. Das war in jedem Falle gut für Psyche.
  • Ich war nie der Versuchung erlegen, es mal mit dem Daytrading zu probieren. Ich kaufte damals einfach die richtigen Bücher, die mich auf den tugendhaften Weg des langfristigen Investierens brachten. Ich hätte ja auch damals ein Daytrading-Buch als erstes Börsen- und Aktienbuch kaufen können. Was wäre dann aus mir geworden? Jemand mit Lamborghini, der ständig bettelt, man möge meine Seminare buchen?
  • Logisches Denken und ein Interesse für Stochastik haben es leicht gemacht, langfristig orientierter Investor zu werden, auf mehrere Pferde zu setzen und das eine oder andere kränkelnde Pferd zu akzeptieren. Beispielsweise kam ich selber auf den Gedanken, dass Charttechnik, wenn sie dann mal im Einzelfall funktioniert, selbsterfüllende Prophezeiung ist, wenn nur genug Leute die Charttechnik nutzen. Wenige Wochen nach meiner Überlegung merkte ich, dass dieser Gedanke schon mehrfach in Artikeln und Büchern festgehalten wurde.
  • Ein Wesenszug von mir ist, dass ich mir eine Angelegenheit nüchtern anschaue, bevor ich mich euphorisch da rein stürze.
Mein Depot steht aktuell bei ca. 207.000 €. Mein interner Zinsfuß liegt bei 12,48 % p.a., nach Gebühren, aber vor Steuern. Ich habe seit 2009 23.301,59 € an Dividenden kassiert, netto blieben davon 18.701,70 € übrig, die ich immer fleißig reinvestierte. Beeindruckend finde ich, wenn man die 207.000 € durch 8 teilt: 25.875 €, die ich per annum hätte zurücklegen müssen. Das wäre ein Ding der Unmöglichkeit gewesen. Und das wäre lineares Sparen beim Zinssatz von 0 % gewesen. Wer sich als junger Mensch eine Immobilie zulegt, hat dann sogar Zinsen, die gegen ihn arbeiten, als weniger als 0 % Guthabenzins. Es ist mir bis heute unverständlich, warum sich viele Leute eine Immobilie ans Bein ketten. Da bin ich ganz beim Finanzwesir: Man muss vom Fach sein, vielleicht sogar selber Hand anlegen können, ansonsten wird einen die Immobilie die Haare vom Kopf fressen. Immobilien sind kompliziert und für Otto Normalverbraucher nur mit Fremdkapital zu finanzieren. (Ich habe es bei meinen Eltern selber erlebt.) Aktien sind mit das einfachste Investment, was man tätigen kann. Zu der Schlussfolgerung gelangte ich durch einfaches Nachdenken schon vor einigen Jahren und gegen die Diskrepanz zwischen dieser Schlussfolgerung und der öffentlichen Wahrnehmung der Aktie, kann man nicht oft genug anschreiben.

Ich habe in den vergangenen 8 Jahren eine gewisse Routine entwickeln können. Das Investieren ist für mich so selbstverständlich wie der Haushaltsputz, und leider ist es auch schon langweilig geworden. Die Folge ist, dass ich kaum noch weiß, worüber ich schreiben soll. Meine Schreibintensität werde ich daher verringern. Das Lesen und Kommentieren anderer Blogs interessiert mich kaum noch. Ich habe neulich zum x-ten Male von der 72er-Regel gelesen; Finanzblogs schießen ja momentan ohnehin wie Pilze aus dem Boden: Es gibt Sparkojoten, Geldkatzen, Finanzfische. Vielleicht sollte ich mir den Begriff vom Aktienschakal reservieren. Seltsam ist, dass es noch keine Finanzeule oder einen Finanz-Uhu. Die Eule als Symbol der Weisheit. Tatsächlich sind die erfolgreichsten Investoren wie Eulen. Sie sitzen reglos auf ihrem Ast, scheinbar tun sie nichts, aber sie beobachten, denken, beobachten wieder, denken nach und irgendwann handeln sie und dann erfolgreich. Der Energieaufwand ist minimal. Immerhin gibt es aber den einen oder anderen Kauz in der Finanzblogszene

Neben dem zunehmenden Desinteresse für Finanzthemen habe ich auch noch andere Interessen, die in den letzten Jahren etwas zurückstehen mussten. Das merke ich, wenn bestimmte Lektüre bei mir einfach verstaubt, beispielsweise der "Maler Nolten". Die nächsten Monate stehen unter dem Motto: Mörike statt Warnecke, oder auch: Der Finanzrocker reißt mich auch nicht mehr vom Hocker. Ich bin aber noch weit davon erwähnt, einen zweiten Blog als "Finanzpoet" zu starten, auch wenn es in die Zeit passt, einen Finanzblog zu starten.

Selbstverständlich werde ich wieder schreiben, wenn es was interessantes zu kommentieren gibt und wenn mal wieder eine Bilanz gezogen oder neue Ziele gesetzt werden müssen. Und wer weiß, welcher Politiker in welches antisemitische Fettnäpfchen als nächstes tritt.


Kommentare:

  1. Bin schon lange stiller Mitlesen, hier auf diesem Blog! Aktienschakal oder Finanz-Uhu hört sich doch gut an ;-)

    Gruss
    Thomas

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    1. Hallo Sparkojote, danke für die Rückmeldung. Die Erwähnung deines Blogs, des Finanzfisches und der Geldkatze ist keine Kritik oder Herabwürdigung dieser Blogs. Die Blogs haben vor allem gemeinsam, dass sie eine Anleihe aus dem Tierreich machen, was ihren Titel geht, was mir als Steilvorlage für die Finanzeule und den Finanz-Uhu dient, die ja theoretisch schon morgen entstehen könnten. Weitere Blog-Titel wären: Pinkepinke-Panther und Knatter-Natter. :-)

      Angesichts der Banalität meiner Aussagen, gab's ja nun doch ein recht lautes Echo.

      http://investorenausbildung.de/richtigstellung/

      http://denkfabrik.rocks/der-couponschneider-und-die-verlorenen-finanzapostel/

      http://jasperquast.de/betrueger-in-der-deutschen-finanzblogszene-ein-value-investor-auf-abwegen/

      Die Anfeindungen kann ich ehrlich gesagt nicht verstehen. Mir gefällt Florian Günthers Blog einfach nicht und dass er mit 32,5 % p.a. hausieren geht, auch nicht. Wo ist das Problem?

      Mich erinnert das ein wenig an den Disput Jens Rabe vs. Koko Petkov. Jens Rabe hat ihn Petkov leise kritisiert. Rabe sprache eigentlich sehr wohlwollend gegenüber Petkov. Petkov aber flippte aus und stellte eine 1,5-h-Videoantwort bei Youtube rein. Getroffene Hunde bellen, heißt es. Wenn Petkov wirklich so ein toller Renditehecht (noch so ein schöner Blogtitel: "Der Renditehecht") wäre und Ahnung hätte, wäre er doch viel gelassener. Dass FG knapp 10 Minuten Videoantwort produziert, weil ich seinen Blog nicht mag, muss ich ihn ja an einer wunden Stelle getroffen haben.

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    2. https://www.xing.com/profile/Florian_Guenther5 (Angestellter)
      Das Foto passt.
      Der Herr hat auch (anscheinende) eine echte (weitere GmbH):
      http://fgcapital.de/ueber-florian-guenther/

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    3. Ich kenne fgcapital.de bereits. Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass er bezogen auf das Anfangskapital 32,5 % p.a. erzielt hat, also als internen Zinsfuß. Vermutlich hat Geld von außen dazugetan. Das wäre natürlich okay, aber dann sieht die Rechnung ganz anders aus. Da darf man dann nicht einfach (71.378,84/4.132,37)^(1/10) = 1,325 ausrechnen. Vermutlich hat er so gerechnet.

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  2. Hey,
    ich stimme dir da zu. Ich lese momentan auch immer weniger Finanzblogs. Zumal sie wie du ja schon sagst, wie Pilze aus dem Boden schießen. So viel kann man ja gar nicht lesen. Oftmals sind es auch einfach die selben Themen immer und immer wieder.

    Dein Depot finde ich aber beeindruckend. Finde ich auf deinem Blog eine Art Titelliste wo all deine Aktien aufgelistet sind, die in deinem Besitz sind?

    Viele Grüße!

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    1. Es wurde zwar alles gesagt, nur noch nicht von jedem. Nachdem ich in einem neuen Finanzblog wieder von der ach so tollen 72er-Regel gelesen habe, war für mich das Fass übergelaufen. Ich frage mich auch, was so interessant an so einer Heuristik ist, wenn die richtige Berechnung so simpel ist. Verdopplung erreicht man nach (ln 2) / (ln (1+p)). p ist der Zinssatz, 1+p der Zinsfaktor.

      Zudem habe ich den Eindruck, dass da immer mehr billiger Content entsteht, um den Leuten was aufzuschwatzen.

      Beispielsweise Florian Günter: http://investorenausbildung.de

      Er hat eine jährliche Rendite von 32,5 % und seit zehn Jahren. Und nun gibt er so komische Kurse. Ich habe ihn mal kritisiert. Ob in seinem Blog oder auf Youtube, das weiß ich nicht mehr. Ich weiß aber sehr genau, dass meine Kritik kommentarlos gelöscht wurde bzw. nicht freigeschaltet wurde.

      Er hat auch einen Artikel mit dem Titel: "Ist die Dividende der neue Zinseszins?" - Und vom Zinzeszins schreibt er wiederholt. In den Medien aber wird aber von der Dividende als der neue Zins gesprochen. Zinseszins ist der Zins auf den wiederangelegten Zins. Die Medien wollen ausdrücken, der Guthabenzins sicherer Sparformen könnte durch die Dividende abgelöst werden. Das ist was vollkommen anderes, als Florian Günter in seinem Artikel bespricht. Zins ist ja nichts anderes als der Gewinn aus einer Anlage, egal ob Aktien, Anleihe oder Bildung. Und noch nie wurde verboten, diesen Gewinn zu reinvestieren. Der Zinseszinseffekt war noch nie auf den konkreten Guthabenzins beschränkt. Ich habe bei ihm echt den Eindruck, dass er nicht versteht, von was er spricht und dass er nicht ganz koscher ist.

      http://investorenausbildung.de/ist-die-dividende-der-neue-zinseszins/


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    2. All deine Punkte kann man klar nachvollziehen! Aber du lässt eines ausser acht, das passiert nicht nur in der Finanzblog Szene. In verschiedenen Zeitungen wird am selben Tag, ebenfalls oftmals über das selbe berichtet. Auch bei Filmen und Serien passiert das Selbe, immer wieder gleiche Themen wie Zombies, Geheim Agenten oder Superhelden werden aufgegriffen.

      Ich denke im Moment liegt ein förmlicher "Hype" um finanzielle Freiheit, Finanzblog und die Börse. In einigen Jahren wird sich aber wieder herauskristallisieren wer seinem Thema treu bleibt oder nach einigen Monaten wieder aufhört.

      Ich sehs positiv, das bedeutet für mich es machen sich mehr Menschen Gedanken um ihre Finanzen und das motiviert vielleicht auch andere. Ausserdem sei jeder Beitrag noch so "identisch", eine persönliche Note wird es wohl sicherlich immer geben.

      Diesen Florian Günter kenne ich nicht, kann ich also nichts dazu sagen.

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    3. Hallo zusammen,
      Finger weg / Augen weg von diesem Florian Günter. Schon die Aussage mit seiner jährlichen Performance hat mich "vorsichtig" gemacht, die Beiträge sind mehr als seicht und auch einer meiner (nicht kritischen) Kommentare wurde einfach gelöscht.
      @Couponschneider: ich lese hier schon seit Jahren still mit. Möchte dir aber nun einmal danke sagen für die stets interessanten und meinungsstarken Beiträge.
      Mein Depot ist mit deinem vergleichbare, eingestiegen bin ich etwas früher als du. Wobei mein eigentlicher Start schon im Jahr 1998 war - bin sozusagen zurückgekehrt.
      Wünsche dir weiterhin alles Gute und ich freue mich auf weitere kantige Beiträge.
      Viele Grüße
      rickrack

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    4. Ja, das sieht ihm ähnlich. Das, was ich kritisch anmerkte, war schon eine sehr leise und behutsame Kritik. Das wollte ich auch noch anmerken.

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    5. Der Günther ist echt das letzte. Unglaublich, dass sowas in den aktuellen Finanzblorgroll-Highlights ist.

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  3. Außer meinen Postings bei neuen Investments (normalerweise 1x pro Monat) schreibe ich auch nur, wenn mir was ganz besonderes aufgefallen ist.

    80% der neuen Postings in Finanzblogs, die ich abonniert habe, lese ich nach Kenntnisnahme der Überschrift nicht, da es sich um Wiederholungen handelt oder um Themen, die mich nicht interessieren.

    Ansonsten sehe ich meinen Blog auch ganz klassisch als eigenes Online-Tagebuch (und habe sogar schon Sachen darin nachgeschlagen, die mit entfallen waren).

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  4. Ich lese gerne deinen Blog. Nicht zuletzt, weil deine Anlagestrategie - überschaubare Anzahl langfristig gehaltener solider europäischer und amerikanischer Bluechips statt ETF- und Rebalancing-Fetisch - meiner nicht unähnlich ist. Mach einfach weiter so! Man muss ja auch nicht ständig zu Allem und Jedem seinen Senf abgeben.
    Yours,
    Finanzfaultier

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  5. Der Sparmeister26. Mai 2017 um 18:31

    Bei mir jährt sich der Kauf meiner ersten Aktien dieses Jahr zum zwanzigsten Mal. Ich besitze sie immer noch, auch wenn der absolute Anteil an meinem Gesamtdepot mittlerweile dieser Position recht klein ist (aber über 300% im Plus).
    In den 20 Jahren habe ich auch ohne in hochgejubelten "Neue-Markt"-Aktien investiert gewesen zu sein auch in einzelnen Titeln erhebliche Verluste gemacht - bis hin zum Delisting. Insgesamt bin ich aber doch sehr froh dabei geblieben zu sein :-).
    Klar, vor ziemlich genau zehn Jahren hatte ich die Möglichkeit in Frankfurt eine ziemlich neue Eigentumswohnung zum Spottpreis zu kaufen - aus heutiger Sicht eine Mega-Gelegenheit die ich verpasst habe (könnte ja jetzt steuerfrei verkaufen). Eigenkapital hatte ich genug - na wer weiß wozu es gut war. Vielleicht hätte ich mit dem Objekt auch viel Ärger gehabt. Beruflich bin ich nicht mehr in Frankfurt tätig und müsste jetzt für jedes kleine Problem dort hinfahren müssen oder eben eine externe (teure) Verwaltung beauftragen. Da sind Aktien schon eine Ecke pflegeleichter.
    Mit der Zeit habe ich das Aktiensparen automatisiert, da ich weniger Zeit darauf verwenden will.
    Darum geht es ja eigentlich: das Leben zu leben und nicht ständig die Finanzen im Hinterkopf haben zu müssen. Das gibt einem eine große Lässigkeit und Ruhe.
    Genug "fuck you money" zu haben lässt mich gerade in hektischen Situationen des Arbeitslebens komplett gelassen bleiben. Man merkt genau dann vielen an - gerade auch weiter oben in der Hierarchie, dass sie komplett abhängig von ihrem Job sind. Die gute Kinderstube wird dann gerne mal völlig vergessen und eben hilflos in der Gegen herumgepöbelt - was sie natürlich noch mehr disqualifiziert.
    Ich denke manchmal, dass das vermutlich der Grund ist weshalb die Verträge im Top-Management so ausgerichtet sind, dass man eigentlich vom ersten Tag an "fuck you" sagen kann. Eben weil man nur aus einer (monetär) komplett souveränen Position heraus in großen Organisationen den ganzen Graupen, die sich mit der Zeit im mittleren und oberen Management ansammeln auf die Füße treten kann ohne selber Nachteile zu befürchten.

    Also, kurz gesagt: weiter so auch wenn's mal nicht so toll läuft. Auf die nächsten Jahre/Dekaden!

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    1. Toller Beitrag, toller Kommentar.

      Ja, Finanzen sollten so einfach wie möglich gehalten werden. Geld ist ein Werkzeug, um sich das Leben angenehmer zu gestalten.

      Ich präferiere ebenfalls Aktien, bin aber auch nicht abgeneigt, mich als Vermieter zu versuchen. Für den Vermögensaufbau sicherlich nicht das Schlechteste, wenn dir jemand anderes dein Darlehen tilgt. Im Moment gibt es noch kleine steuerliche Vorteile. Why not? (bitte jetzt nicht mit Gegenargumenten auf mich eindreschen, die sind genauso ausgelutscht, wie die 72er-Regel ;-) )

      Grundsätzlich bin ich froh, ebenfalls auf Aktien zu setzen und jetzt geht es bei mir ebenfalls darum, das Thema hintenanzustellen, zu automatisieren und sich auf andere Dinge zu konzentrieren. Sport, Videospiele, Rucksacktrips oder worauf ich sonst gerade Lust habe.

      Gruß,
      Marco

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  6. Ich bin voll und ganz bei dir. Ich empfinde die Vielzahl an neuen Finanzblogs schon fast als störend. Früher habe ich tatsächlich viele Berichte gelesen, heute fast gar keine mehr. Bei mir hat sich das Anlageverhalten fast komplett automatisiert. Durch einen ETF-Sparplan und weiteren unregelmäßigen ETF-Zukäufen. Meine Einzelaktien lasse ich einfach liegen und schau sie mir in 10 Jahren wieder an. Ausschüttungen und Dividenden werden zum Teil reinvestiert, zum Teil aber auch für Hobbys und Urlaub ausgegeben. Bei der Altersvorsorge fühle ich mich auch komplett abgesichert, Altersarmut ist dann für diejenigen, die sich in ihrem ganzen Leben niemals um ihre Finanzen kümmern oder sich eine eigengenutzte Immobilie ans Bein binden.

    Durch Online-Banking brauche ich für meine Finanzangelegenheiten wie Überweisungen, ETF-Zukäufe etc. auch wirklich nicht viel Zeit. In der Summe vielleicht eine halbe Stunde pro Woche. Mehr Zeit für die schönen Sachen im Leben...;)

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  7. @CS

    Klingt irgendwie nach Vermächtnis, Abschied, Resignation?

    Was die Finanzblogs anbelangt, gebe ich dir recht. Sie waren anfänglich eine echte Bereicherung für mich, inzwischen wirken sie auf reichlich abgestanden. Wenn dann ein 20-jähriger Milchbubi erklärt, wie man finanziell frei wird - naja.

    Das Israelthema geht mir sonst wo vorbei. Der Mittlere-/Nahe-Osten ist ein Pulverfass mit irren Religiösen, irgendwo habe ich mal das Wort Religidioten gehört, die sich gegenseitig umbringen, weil irgendwo vor 5000 Jahren ein sprechender Busch gebrannt haben soll oder so - nicht mein Ding.

    Ansonsten würde ich die Stimme von CS sicher vermissen, weil die vorgebrachten Meinungen meist so herrlich gegen den Mainstream gerichtet sind.

    Einzelne Aktien/Unternehmen zu diskutieren wäre m.E. hilfreicher als den Palästineserkonflikt.

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    1. Das Wort "Milchbubi" kommt mir auch immer in den Sinn, wenn ich mir manche Blogs anschaue.

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  8. So ganz kann man Wiederholungen in der Bloggerwelt nicht vermeiden - denn jeder müsste wissen, was andere schon geschrieben haben. Aber es stimmt schon: Es gibt viele gute Artikel, die man nicht Monate und Jahre später beim nächsten Blog in anderen Worten lesen muss. Ich selbst treibe mich noch viel auf Finanzblogs rum, bei denen es eine persönliche Note gibt. Z.B. das Mieten oder Kaufen?-Thema lockt mich immer wieder aus der Reserve. Oder Beiträge zum Thema Minimalismus, Urlaubsberichte oder auch monatliche Zusammenfassungen und Ziele, bei denen man ein wenig mitdiskutieren kann und was Privates aus dem Leben des Bloggers erfährt. Ich selbst veröffentliche mittlerweile immer weniger Artikel. Man sollte schreiben, wenn man was zu sagen hat und nicht, weil man sich irgendein quantitatives Ziel gesetzt hat.

    Bin mal gespannt, wann es die "Finanzeule" als Blog gibt.. :)

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  9. Eine Immobilie hat man z.B., weil man die sehr flexibel nutzen kann und, wenn es nicht gerade eine Eigentumswohnung ist, niemanden fragen muss. Warum alles auf ein Pferd setzen? Wegen der höheren Rendite?

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  10. Das mit den sich ständig wiederholenden Themen, die man auf allen möglichen Finanzblogs durchliest, nenne ich schlicht "Autosuggestion". Das beste Beispiel ist Tim Schäfer´s Blog - der Kerl schreibt im Grunde seit gefühlten 100 Jahren immer wieder das Gleiche und ist, vielleicht neben dem "Finanzwesir", der erfolgreichste Blogger überhaupt. Ich will damit sagen, dass es überaus wichtig ist, sich über das Geschriebene immer wieder Gedanken zu machen oder es sich zumindest immer wieder ins Gedächtnis zu rufen.

    Ps. diesem Florian Günter kann ich auch nichts abgewinnen.

    @ couponschneider
    ich verfolge Deinen Blog schon sehr lange und ich finde Deine Artikel einfach nur klasse! Bitte weiter so, wenn auch nur nur sporadisch.

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  11. Hey Couponschneider! Ich werde dein Postings echt vermissen. Du sprichst mir bei vielen Themen aus dem Herzen. Du hast einen sehr guten Schreibstil. Dein Blog war auch nie langweilig. Ich erinnere mich an die Beispiele Deiner Arbeitskollegen und Deine politischen Kommentare. Intelligent und durchdacht. Werde deine Postings vermissen. Wirklich. Viele Grüsse von einem stillen Mitleser der Deinen Blog seit langer Zeit verfolgt. Liebe Grüsse aus Hamburg. Thomas

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    1. Ich werde ja nicht aufhören zu schreiben. Es wird nur weniger.

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  12. Wie cool ist das denn! Hoffentlich bleibt es kein leeres Versprechen. Von dir kommt sowieso nichts Neues und offenen für andere Blogger und Meinung bist du eh nicht. Ich sag nur Traden ist ein Handwerk...

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  13. Weder mag ich deine Ansichten noch deine Weltanschauung, trotzdem lese ich gern hier weil ich meinen confirmation bias damit zurechtrücke. Wäre also nett wenn du weiterhin meine Wahrnehmung beeinflusst.

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  14. Ui ui, kaum bin ich im urlaub überschlagen sich die Dinge. Ich habe auf deinem Blog häufiger vorbeigeschaut.

    Schade, dass du ein wenig die Lust verlierst. Aber ich kann es verstehen! Wenn man mal seine Strategie hat, wird Investment sicher eine reine Nebensache.

    Ich glaube, dass es bei mir noch so spannend ist, weil ich vieles noch ausprobiere und damit noch nicht final und allumfassend sagen kann, was meine Investmentstrategie ist. Zum Einen mache ich klassisches quantitatives Value Investing und schätze den wahren Wert eines Unternehmens ab (DCF, Gewinnprojektion, Summe der Teile Analysen, etc.) und zum anderen schaue ich auf Analystenmeinungen, bewerte das Management, Blabla...

    Und neuerdings habe ich mir Momentum angeschaut, wobei ich da eher etwas zurückweiche...

    Die Frage ist halt auch, wie viel zeit man damit verbringen will. Bei Momentum (siehe die Momentum-Serie auf meinem Blog) habe ich echt sehr viel Zeit reingesteckt. Vor allem in das Verständnis zur Markteffizienzhypothese und warum Momentum dagegen spielt. Es hat aber auch Spaß gemacht. Ich schweife ab...

    Ich habe genug Material, dass mich beschäftigt. Ich kann aber verstehen, wenn du mit deiner Routine einfach zufrieden bist und dich sonst einfach nur noch langweilst...

    Ich sehe auch viele Blogs entstehen und auch mein Blog zählt zu den jüngeren. Immerhin gibt es meinem Blog erst seit einem halben Jahr. Ich muss da aber auch sagen: was mich nicht interessiert, lese ich nicht. So läuft es überall. Ignorier es doch einfach! Eine Menge Leute werden sicherlich auch deinen Blog ignorieren, weil es sie nicht interessiert und noch mehr werden wohl meinen ignorieren. ;) Ich bin da relativ gelassen.

    Das bedeutet aber nicht, dass ich deine Meinung nicht teile. ;) Zum Teil werden mit hohen CAGR Leute auf den eigenen Blog gelockt, dass es nicht mehr feierlich ist... Wenn man schon mit hohen Renditen wirbt, muss man schon beweisen, dass man es über längeren Zeitraum auch tatsächlich geschafft hat.

    Bis zum nächsten mal (hoffentlich)!

    Sorry für Schreibfehler (am Handy in einem fremden Land unterwegs getippt)

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  15. Hallo Couponschneider,

    erst mal vielen Dank an dich. Dein Blog hat mich an die Börse geführt!!!

    Deine Beiträge habe ich richtig aufgesogen.
    Zwar schade, dass es weniger wird, aber dafür bieten sie Qualität.


    Mittlerweile hab ich ein, ich nenn es mal, Value-Dividendendepot und zeitgleich handele ich mich Optionen.

    Diese Kombination hat sich für mich persönlich als perfekt herausgestellt.
    Macht mir unheimlich Spaß und ich fühle mich sehr wohl dabei.
    Das Einkommen welches hier monatlich reinkommt, lässt mich sehr entspannt und positiv in die Zukunft schauen.

    Mach weiter so und halt die Ohren steif:-) (Danke)

    Gruß Chris

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